Cannabis

Cannabisentzug: Hilfe für den Ausstieg

Sie haben aufgehört zu kiffen und fühlen sich zunächst schlechter statt besser. Das kann entmutigen. Beschwerden nach dem Stopp verdienen Aufmerksamkeit – sie bedeuten nicht automatisch, dass Ihr Vorhaben scheitert.

Abstinenzcheck · Quellenstand

Frau plant einen ruhigen Tagesablauf nach dem Konsumstopp
KI-generiertes Symbolfoto.

Kurz erklärt

Nach regelmäßigem Cannabiskonsum können beim Aufhören unter anderem Unruhe, Gereiztheit, Schlafprobleme und weniger Appetit auftreten. Wie stark und wie lange Beschwerden spürbar sind, ist verschieden. Bereiten Sie Unterstützung und einen überschaubaren Alltag vor. Starke oder ungewöhnliche Beschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden, statt alles als Entzug einzuordnen.

Was nach dem Aufhören vorkommen kann

Drugcom nennt neben Schlaf- und Appetitproblemen auch Ängstlichkeit, gedrückte Stimmung und körperliches Unwohlsein als mögliche Begleiterscheinungen. Nicht alle Menschen erleben dieselben Beschwerden. Besonders nach längerem, intensivem Konsum kann der Ausstieg belastend sein. BIÖG / drugcom: Entzugserscheinungen beim Cannabisausstieg

Eine Liste im Internet stellt aber keine Diagnose. Notieren Sie, wann etwas begonnen hat, wie stark es Sie einschränkt und ob weitere Substanzen oder Medikamente im Spiel sind. Damit kann eine Fachperson Ihre Lage besser einschätzen als mit der pauschalen Aussage „Mir geht es seit dem Stopp schlecht“.

Die ersten Tage überschaubar planen

Sie müssen nicht gleichzeitig Ihren gesamten Alltag neu ordnen. Überlegen Sie zuerst, wann bisher meist konsumiert wurde und welche Lücke dadurch entsteht. Für einen typischen Feierabend kann ein konkreter Plan hilfreicher sein als der Vorsatz, sich einfach zusammenzureißen:

  • Wen kann ich anrufen, wenn der Konsumwunsch stärker wird?
  • Welche ruhige Aktivität passt in die bisherige Konsumzeit?
  • Welche Termine lassen sich entzerren, ohne mich völlig zurückzuziehen?
  • Wie organisiere ich Essen, Pausen und eine möglichst regelmäßige Tagesstruktur?

Probieren Sie kleine, realistische Veränderungen aus. Ein Spaziergang oder ein vereinbartes Gespräch ist kein Heilversprechen, kann aber eine konkrete Alternative für den nächsten schwierigen Moment sein.

Unterstützung ist auch ohne Klinik möglich

Das BIÖG-Angebot Quit the Shit bietet kostenlose, anonyme Online-Beratung für Menschen, die ihren Cannabiskonsum verändern möchten. BIÖG / Quit the Shit: Kostenloses und anonymes Beratungsprogramm Auch eine örtliche Suchtberatungsstelle kann mit Ihnen klären, welche Form der Hilfe passt. Den Einstieg erklärt unser Beratungswegweiser.

Wenn Beschwerden stark werden oder Sie Ihren Alltag nicht mehr bewältigen können, wenden Sie sich an eine ärztliche Praxis. Bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung gilt 112; bei dringenden, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden außerhalb der Sprechzeiten 116117. KBV: Wann 116117 und wann 112 die richtige Nummer ist Versuchen Sie nicht, Unruhe oder Schlaflosigkeit eigenständig mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln zu behandeln.

Sich besser fühlen und negativ getestet werden sind verschiedene Fragen

Ein Nachlassen der Beschwerden sagt Ihnen nicht, ob ein Drogentest bereits negativ ausfällt. Und ein Laborergebnis beschreibt nicht, wie stabil Sie Ihren Alltag verändert haben. Für Nachweisfragen lesen Sie THC: Wirkung und Nachweis unterscheiden. Für schwierige Situationen hilft der Beitrag zum Umgang mit Suchtdruck.

Quellen und Einordnung

Redaktionell erstellte Orientierung von Abstinenzcheck. Die verlinkten Fachinformationen wurden für diesen Beitrag herangezogen. Keine individuelle medizinische, psychologische oder rechtliche Beratung.

Die Regeln Ihres konkreten Programms und die fachliche Einzelfallbewertung bleiben maßgeblich. Anbieter und Kontakt.

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