Wann kann Alkohol zu einer MPU-Anordnung führen?
Wer nach einer Alkoholfahrt eine MPU befürchtet, sucht oft nach einer einzigen Promillegrenze. Die Fahrerlaubnis-Verordnung nennt jedoch mehrere unterschiedliche Anlässe.

Kurz erklärt
§ 13 FeV nennt unter anderem das Führen eines Fahrzeugs im Straßenverkehr mit 1,6 Promille Blutalkohol oder mehr beziehungsweise 0,8 mg/l Atemalkohol oder mehr. Daneben können etwa wiederholte Alkoholauffälligkeiten oder Tatsachen, die Alkoholmissbrauch begründen, eine MPU erforderlich machen.
Was die 1,6-Promille-Regel bedeutet
Die Vorschrift spricht von 1,6 Promille oder mehr, nicht erst von einem höheren Wert. Sie nennt außerdem eine Atemalkoholkonzentration von 0,8 mg/l oder mehr. Die Maßeinheiten dürfen nicht verwechselt werden. Der Gesetzeswortlaut bezieht sich auf ein Fahrzeug im Straßenverkehr. Fahrerlaubnis-Verordnung, § 13: Alkoholproblematik
Für Ihren konkreten Fall sollten Sie den festgestellten Wert aus den Unterlagen verwenden, nicht eine selbst berechnete Menge aus Getränken. Promillerechner und Erinnerungen an den Abend ersetzen keine Akteneinsicht oder rechtliche Prüfung.
Warum auch ein niedrigerer Wert nicht alles entscheidet
Die Promillekonstellation ist nur einer der in § 13 FeV genannten Gründe. Daneben stehen wiederholte Zuwiderhandlungen unter Alkoholeinfluss sowie bestimmte Fragen zu Alkoholmissbrauch oder früherem Entzug. Eine pauschale Aussage „Unter 1,6 gibt es keine MPU“ wäre deshalb falsch. Fahrerlaubnis-Verordnung, § 13: Alkoholproblematik
Ob die Voraussetzungen in Ihrer Situation vorliegen, lässt sich nicht seriös allein anhand einer Zahl beantworten. Wenn Sie die Anordnung für unzutreffend halten, lassen Sie das Schreiben rechtlich prüfen und behalten Sie die dort genannte Frist im Blick.
Diese Angaben im Schreiben markieren
- Welche Behörde hat das Schreiben versandt?
- Welche Ereignisse und Tatsachen werden genannt?
- Welche genaue Fragestellung soll das Gutachten beantworten?
- Welche Unterlagen sollen Sie bis wann vorlegen?
- Wer ist für Rückfragen genannt?
Erstellen Sie Kopien und bewahren Sie Umschlag beziehungsweise Eingangsdatum mit auf. So können Sie in einer Beratung konkret nachfragen, statt den Inhalt nur aus dem Gedächtnis wiederzugeben.
Ist damit die Abstinenzdauer schon festgelegt?
Nein, die Frage nach dem Anlass der MPU ist nicht gleichbedeutend mit einem fertigen individuellen Nachweisplan. Lassen Sie klären, welche Veränderungen und gegebenenfalls welche Dokumentation in Ihrem Fall notwendig sind. Der Einstiegsratgeber zum Abstinenznachweis hilft Ihnen, die nächsten Fragen zu sortieren.
Dieser Beitrag erläutert die Vorschrift allgemein und ersetzt keine rechtliche Beratung zu Ihrem Verfahren.
Quellen und Einordnung
Redaktionell erstellte Orientierung von Abstinenzcheck. Die verlinkten Fachinformationen wurden für diesen Beitrag herangezogen. Keine individuelle medizinische, psychologische oder rechtliche Beratung.
Die Regeln Ihres konkreten Programms und die fachliche Einzelfallbewertung bleiben maßgeblich. Anbieter und Kontakt.


