MPU wegen Cannabis: Wann wird sie verlangt?
Die Fahrerlaubnisbehörde verlangt wegen Cannabis ein Gutachten. Ob tatsächlich eine MPU gemeint ist und auf welchen Grund sie sich stützt, steht im Schreiben. Ein positiver Test allein erklärt noch nicht die gesamte rechtliche Prüfung.

Kurz erklärt
§ 13a FeV unterscheidet zwischen einem ärztlichen Gutachten bei Tatsachen, die für Cannabisabhängigkeit sprechen, und einer MPU bei den dort genannten weiteren Konstellationen. Dazu gehören Hinweise auf Cannabismissbrauch und wiederholte Verkehrsverstöße unter Cannabiseinfluss. Entscheidend sind der konkrete Sachverhalt und die behördliche Begründung.
Ärztliches Gutachten ist nicht automatisch MPU
Wenn Tatsachen die Annahme einer Cannabisabhängigkeit begründen, sieht § 13a Nummer 1 zunächst ein ärztliches Gutachten vor. Die medizinisch-psychologische Untersuchung steht in Nummer 2 und hat eigene Voraussetzungen. Fahrerlaubnis-Verordnung, § 13a: Eignungszweifel bei Cannabisproblematik Lesen Sie deshalb genau, welche Untersuchung verlangt wird. Nicht jedes Schreiben zum Thema Cannabis fordert dieselbe Leistung.
Notieren Sie die bezeichnete Gutachtenart, die konkrete Fragestellung und das Abgabedatum. Prüfen Sie außerdem, auf welche Ereignisse sich die Behörde bezieht. So können Sie eine Beratung gezielt vorbereiten, ohne vorab das falsche Angebot zu buchen.
Welche MPU-Gründe nennt die Vorschrift?
Genannt werden insbesondere Anzeichen oder andere Tatsachen für Cannabismissbrauch, wiederholte Zuwiderhandlungen im Straßenverkehr unter Cannabiseinfluss, eine frühere Entziehung aus den dafür genannten Gründen sowie die Klärung, ob Missbrauch oder Abhängigkeit nicht mehr besteht. Bei den wiederholten Zuwiderhandlungen enthält die Vorschrift eine Ausnahme für ausschließlich gegen § 24c StVG gerichtete Verstöße. Fahrerlaubnis-Verordnung, § 13a: Eignungszweifel bei Cannabisproblematik
Damit sind pauschale Aussagen wie „Cannabis bedeutet immer MPU“ genauso wenig hilfreich wie „Beim ersten Mal ist eine MPU ausgeschlossen“. Welche Regelung auf Ihren Fall angewendet wird, muss anhand der konkreten Unterlagen geklärt werden. Dieser Überblick ist keine Einzelfall-Rechtsberatung.
Müssen Sie sofort ein Abstinenzprogramm buchen?
Die Anordnung und die passende Vorbereitung sind getrennt zu prüfen. TÜV NORD weist darauf hin, dass Abstinenzbelege je nach Fall erforderlich sein können. TÜV NORD: Die medizinisch-psychologische Untersuchung Kaufen Sie deshalb nicht allein wegen eines Schlagworts im Brief ein Paket mit beliebiger Dauer.
Klären Sie zuerst, was konkret zu beantworten ist, welche Nachweise dafür benötigt werden und wie der Zeitplan aussieht. Unser Beitrag zur Festlegung der Nachweisdauer hilft, die richtigen Fragen zusammenzustellen.
So bereiten Sie eine fundierte Rückfrage vor
Legen Sie das vollständige Behördenschreiben, vorhandene Befunde und eine chronologische Übersicht der Ereignisse zusammen. Bei Zweifeln an der Rechtmäßigkeit oder an laufenden Fristen holen Sie rechtlichen Rat ein. Unklare Stellen sollten Sie nicht durch Vermutungen aus einem Forum ersetzen.
Den allgemeinen Ablauf erklärt Was bedeutet eine MPU-Anordnung? Angaben zu THC im Blut beantworten wiederum eine andere Frage als die hier erläuterten Anordnungsvoraussetzungen.
Quellen und Einordnung
Redaktionell erstellte Orientierung von Abstinenzcheck. Die verlinkten Fachinformationen wurden für diesen Beitrag herangezogen. Keine individuelle medizinische, psychologische oder rechtliche Beratung.
- Fahrerlaubnis-Verordnung, § 13a: Eignungszweifel bei Cannabisproblematik
- Fahrerlaubnis-Verordnung, § 11: Eignung, Gutachten und behördliche Fragestellung
- TÜV NORD: Die medizinisch-psychologische Untersuchung
Die Regeln Ihres konkreten Programms und die fachliche Einzelfallbewertung bleiben maßgeblich. Anbieter und Kontakt.


