MPU-Durchfallquote richtig einordnen
Wer vor der MPU steht, sucht oft zuerst nach einer Durchfallquote. Eine Prozentzahl scheint die eigene Unsicherheit greifbar zu machen. Doch eine Statistik über viele Untersuchungen kann nicht vorhersagen, wie Ihr persönliches Gutachten ausfällt.

Kurz erklärt
Die BASt meldet für 2025 insgesamt 70.135 MPU-Begutachtungen: knapp 58 Prozent endeten mit „geeignet“, rund 38 Prozent mit „ungeeignet“ und etwa vier Prozent mit einer Kursempfehlung. Diese dritte Ergebnisgruppe ist nicht mit einem bereits positiven Ergebnis gleichzusetzen. Aus den Gesamtzahlen lässt sich keine persönliche Bestehenswahrscheinlichkeit ableiten.
Welche Zahlen liegen der Aussage zugrunde?
Die Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen veröffentlichte am 5. August 2026 die Auswertung für das Jahr 2025. Die Gesamtzahl beträgt 70.135 Begutachtungen. BASt: MPU-Jahresstatistik 2025, veröffentlicht am 5. August 2026 Wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem Berichtsjahr und dem Veröffentlichungsdatum: Eine Überschrift aus 2026 beschreibt hier Ergebnisse aus 2025.
- Knapp 58 Prozent: Ergebnis „geeignet“.
- Rund 38 Prozent: Ergebnis „ungeeignet“.
- Etwa vier Prozent: Kursempfehlung.
Die Werte sind gerundete Angaben der BASt. „Nicht unmittelbar geeignet“ und „ungeeignet“ sollten deshalb nicht ohne Erläuterung zu einer einzigen Durchfallzahl zusammengezogen werden. Eine Kursempfehlung ist ein eigenständiges Ergebnis mit weiteren erforderlichen Schritten, kein schon bestandenes Gutachten.
Vier Fragen an jede Erfolgsquote
- Welche Gruppe? Alle Begutachtungen, nur Erstuntersuchungen oder ausschließlich Kundinnen und Kunden eines bestimmten Anbieters?
- Welches Jahr? Ist der Zeitraum überhaupt angegeben?
- Welches Ergebnis? Zählt nur „geeignet“ oder wird eine Kursempfehlung mitgerechnet?
- Welche Datengrundlage? Sind die untersuchten Fälle nachvollziehbar oder handelt es sich nur um freiwillige Rückmeldungen?
Ein Kursanbieter und eine bundesweite Statistik können dadurch völlig unterschiedliche Gruppen beschreiben. Zwei Prozentzahlen lassen sich erst vergleichen, wenn ihre Bezugsgrößen vergleichbar sind. Fehlen diese Angaben, bleibt die Werbeaussage für Ihre Entscheidung wenig belastbar.
Warum Ihre Vorbereitung nicht aus einem Prozentwert besteht
Die MPU umfasst mehrere Bestandteile und bezieht sich auf die konkrete Fragestellung. TÜV NORD: Die medizinisch-psychologische Untersuchung Eine Gesamtquote kennt weder Ihre Unterlagen noch Ihre Veränderungen. Sie sagt auch nicht, welche Frage bei Ihnen noch ungeklärt ist. Ein gedankliches „Ich habe also ungefähr diese Chance“ würde eine Sicherheit vortäuschen, die die Daten nicht liefern.
Hilfreicher ist eine Bestandsaufnahme: Verstehe ich den Anlass? Sind gegebenenfalls erforderliche Nachweise vollständig? Kann ich meine Entwicklung anhand tatsächlicher Veränderungen erklären? Welche offenen Punkte muss ich vor dem Termin fachlich besprechen?
Aus Unsicherheit einen konkreten nächsten Schritt machen
Schreiben Sie die drei Fragen auf, die Sie derzeit am meisten beschäftigen. Ordnen Sie jeder Frage eine zuständige Ansprechperson oder fehlende Unterlage zu. So wird aus der Suche nach einer beruhigenden Zahl eine bearbeitbare Aufgabe.
Unser Einstieg in die MPU-Vorbereitung unterstützt diese Sortierung. Wenn vor allem der Termin unbekannt ist, lesen Sie den MPU-Ablauf. Was nach einem geeigneten Ergebnis folgt, erklärt der Beitrag zum positiven Gutachten.
Quellen und Einordnung
Redaktionell erstellte Orientierung von Abstinenzcheck. Die verlinkten Fachinformationen wurden für diesen Beitrag herangezogen. Keine individuelle medizinische, psychologische oder rechtliche Beratung.
- BASt: MPU-Jahresstatistik 2025, veröffentlicht am 5. August 2026
- TÜV NORD: Die medizinisch-psychologische Untersuchung
Die Regeln Ihres konkreten Programms und die fachliche Einzelfallbewertung bleiben maßgeblich. Anbieter und Kontakt.


