Mit dem Kiffen aufhören: Einen machbaren Anfang finden
Sie wollen aufhören, aber der Feierabend läuft fast automatisch auf den nächsten Joint hinaus. Ein brauchbarer Anfang muss zu genau diesem Alltag passen – nicht zu einem perfekten Leben ohne Stress.

Kurz erklärt
Legen Sie ein klares Ziel fest und planen Sie besonders die Situationen, in denen Sie gewöhnlich kiffen. Suchen Sie früh Unterstützung, wenn der Ausstieg allein schwerfällt. Beschwerden und Rückschritte sind ein Anlass, den Plan anzupassen, nicht sich abzuwerten.
Was möchte ich durch das Aufhören zurückgewinnen?
Vielleicht geht es Ihnen um einen klareren Kopf, weniger Streit oder darum, morgens wieder verlässlich aufzustehen. Schreiben Sie Ihren eigenen Grund auf. Ein persönliches Ziel ist greifbarer als der Satz, Sie müssten „einfach disziplinierter“ sein.
Drugcom empfiehlt für den Ausstieg ein eindeutiges Ziel und die bewusste Auseinandersetzung mit persönlichen Konsumauslösern. BIÖG / drugcom: Den Cannabisausstieg richtig angehen Formulieren Sie zum Beispiel, ab wann Sie nicht mehr konsumieren möchten und wer davon wissen soll.
Wie sieht mein erster schwieriger Abend konkret aus?
Stellen Sie sich nicht nur den Entschluss, sondern die typische Situation vor: Sie kommen nach Hause, niemand ist da, Sie sind angespannt. Was machen Sie in dieser ersten Stunde? Eine Verabredung oder ein vorher vereinbarter Anruf kann leichter umzusetzen sein als ein unbestimmtes „Ich lenke mich ab“.
Als kleine eigene Planungshilfe können Sie drei Sätze vervollständigen: „Schwierig wird es meistens, wenn …“, „Dann versuche ich zunächst …“ und „Wenn das nicht reicht, melde ich mich bei …“. Probieren Sie eine machbare Alternative aus, statt den ganzen Alltag gleichzeitig neu organisieren zu wollen.
Was hilft, wenn Unruhe oder Schlafprobleme dazukommen?
Beim Ausstieg können Beschwerden auftreten. Die Einordnung möglicher Symptome finden Sie getrennt unter Cannabisentzug. Ersetzen Sie Cannabis nicht eigenmächtig durch Alkohol oder Beruhigungsmittel. Sprechen Sie bei starken oder anhaltenden Beschwerden mit einer ärztlichen Praxis.
Bei akuter Selbstgefährdung oder anderen bedrohlichen Zuständen ist 112 die richtige Anlaufstelle. Wenn Sie Cannabis ärztlich verordnet bekommen, besprechen Sie Änderungen mit Ihrer behandelnden Praxis; dieser Alltagsplan ersetzt keine Therapieentscheidung.
Muss ich das allein schaffen?
Nein. Eine Suchtberatung kann mit Ihnen klären, welche Unterstützung passt. Drugcom verweist auf professionelle Beratungsangebote und auf die Hilfe nahestehender Menschen. BIÖG / drugcom: Den Cannabisausstieg richtig angehen Für den Einstieg genügt ein ehrlicher Satz wie: „Ich möchte aufhören und schaffe es abends bisher nicht.“
Falls Sie doch wieder konsumiert haben, schauen Sie auf die konkrete Situation. Was hat gefehlt, wen können Sie früher einbeziehen? Unser Beitrag zum ersten Beratungsgespräch nimmt Ihnen die Suche nach den richtigen Worten ab. Ein Konsumstopp und ein formell anerkannter Abstinenznachweis sind dabei getrennte Schritte.
Quellen und Einordnung
Redaktionell erstellte Orientierung von Abstinenzcheck. Die verlinkten Fachinformationen wurden für diesen Beitrag herangezogen. Keine individuelle medizinische, psychologische oder rechtliche Beratung.
Die Regeln Ihres konkreten Programms und die fachliche Einzelfallbewertung bleiben maßgeblich. Anbieter und Kontakt.


